2. Woche

Samstag, Mai 7, 2005 – 0km

So, heute soll es in eine warme Quelle ähnlich dem Toten Meer gehen. Da ist wohl der Salzgehalt

so gross, dass man wirklich einfach so drin liegen kann. Vorher natürlich typisches Frühstück mit Waffeln und Pancakes. Ich freu mich schon, werde gleich abgeholt und bin schon ganz hungrig!

(Pause)

So, dann holte mich Arseny mit dem Auto seines Papas direkt vor der Haustür ab.(Arseny lernte ich auf einer Party in Toronto kennen und wir hatten uns dann quasi in Saskatoon verabredet, weil sein Papa an der Universitaet von Saskatoon lehrt.)

Auf die Frage, ob ich schon gefrühstückt hätte, antwortete mein Magen mit einem tiefen Grummeln, so dass wir zunächst zu einem typischen Waffel/Pancake Frühstücksrestaurant fuhren und uns dort jeweils eine große Waffel bestellten. Oh mann – mit vollem Bauch ging es dann weiter zu den Manitou Springs, die oben erwähnte Quelle.

Nach ca. 1h kamen wir dort an und betraten den Salztempel. Mit 10$ Bestechungsgeld wurden wir auch prompt reingelassen und konnten im heißen Salzwasser baden. Nun ja, das Baden gestaltete sich etwas schwierig, weil der extra hohe Salzgehalt dazu führte, dass man einfach oben schwamm. Ich würde da nicht von Baden reden.

Es war schön, es fühlte sich gut und ich konnte mir einreden, dass ich ganz relaxed war, als wir das Bad nach 4h verließen. Der Grund für unser voreiliges Verlassen, war so simpel, dass es fast schon wieder traurig ist.

Obwohl man nicht wirklich von körperlicher Anstrengung sprechen kann, so war ich doch einigermassen fertig und … hungrig!

Irgendein gemeiner Geschäftsmann war auf den Gedanken gekommen, den Geruch von Pommes in das Bad zu pusten, so dass ich irgendwann an nichts anderes mehr denken konnte, zwei grosse Brathähnchen vor meinen Augen erschienen und ich wie im Wahn nur noch sagen konnte: “essen … essen … essen”.

Kurzer Hand packte ich Arseny am Schlawittchen und wir verliessen unseren Kurort, um im nächst-grösseren Ort unseren Hunger durch Lasagne und Milchshakes zu befriedigen. Puuh …

die Welt war wieder in Ordnung.

Wieder in Saskatoon angekommen, wartete schon Kevin auf uns und wir machten uns auf den Weg, die Innenstadt zu erlaufen. Nun ja, eigentlich kein grosser Marsch, dank der Größe der Stadt, aber dennoch ließen wir uns Zeit und Kevin wusste auch viel über die Historie seines Heimatortes zu berichten,

so dass ich doch manches Ah und Oh als Zeichen meines Erstaunens zu erkennen geben ließ. Es war schön.

Der Campus ist riesig – es sei wohl der größte Campus von ganz Canada. Ich war beeindruckt und hätte mir wirklich vorstellen können dort zu studieren.

Überhaupt ist Saskatoon etwas ganz besonderes. Hier gibt es den Trend zum “Understatement” (Tiefstapeln) und das ist gut so. Jeder der, laut Kevin, zuviel Engagement in Bezug auf Geld zeige, würde aus der Stadt “gekickt” und nach Calgary verbannt werden.

(Einschub: Nachdem ich jetzt in Calgary bin, kann ich bestätigen, dass ich auf viele dieser ausgestoßenen Exemplare getroffen bin.)

Dank einer Kreditkarte war das Schloss der Uni auch kein Thema Billiardmehr und so hatten wir die Gelegenheit auch nach Öffnungszeit das Innere der Uni zu inspizieren.

Sehr nett. Hat ein bisschen was vom Bildungsfernsehen. Überall Plakate, überall Ausstellungsstücke. Alles sehr … plastisch.

Durstig vom langen Weg ging es dann ins Pub. Der Versuch draußen zu sitzen wurde leider erstens vom kalten Wetter und zweitens vom kaputten Gas-Heizer im Keime erstickt, so dass wir das Bier des Abends drinnen tranken.

Es folgte ein Abendspaziergang mit verzweifelter Suche nach Nordlichtern und anschließendem Pool-Billard in der Innenstadt. Naja … Kevin hat mich knapp geschlagen … *seufz* .

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Datum: Samstag, 26. April 2008 23:09
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